JUL 01. 2005 NEWS / IG KULTUR TEXT ZUR EKH PRESSEKONFERENZ BEI FREIBESETZT

EKH: Wiens Stadtpolitik an der Schwelle

Eine Eskalation kann nicht im Interesse der Stadt Wien sein

Die IG Kultur Wien begrüßt die seit 24. Juni laufenden Gespräche zwischen NutzerInnen des EKHs und der Gemeinde Wien. In letzter Minute scheinen hochrangige Entscheidungsträger ernstzunehmende Schritte für eine politische Lösung zu setzen.

Der Auslöser für die Gesprächsbereitschaft: auf Anordnung des neuen, in rechtsextremen Kreisen bekannten, Eigentümers Christian Machowetz wurde am 14. Juni die Eingangstür des EKHs und Türen zu den Notschlafquartieren des Flughafensozialdienstes brachial entfernt und bis dato gegen gesetzliche Vorschriften nicht ersetzt.

"Mit diesem Akt symbolischer Gewalt gegen Wiens letzten kulturpolitischen Freiraum wurde erneut eine lange Zeit tabuisierte Schwelle in untragbarem Ausmaß überschritten", erklärt Thomas Jelinek (IG Kultur Wien). Dieser Akt markiert den gesellschaftlichen Wendepunkt in der sensiblen Gesamtsituation rund um urbane Freiräume ohne Zwänge von ökonomischer Produktion und ästhetischer Zensur, die bislang in der öffentlichen Wahrnehmung vorrangig durch einen ausbleibenden Diskurs auf stadtpolitischer Ebene gekennzeichnet war.

Dem setzt eine Kunstaktion eine 70 Kilo schwere Eisenschwelle als mobiles Objekt entgegen. Sie artikuliert das Bedürfnis nach Freiräumen, die weder weggeräumt noch totgeschwiegen werden können, und wird in Wien an Orten wie dietheater, WUK, Museumsquartier, Heldenplatz präsent sein, um auf die Notwendigkeit urbaner Freiraumplanung zu verweisen.

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Derzeit laufen Verhandlungen mit einem potenziellen Käufer. Bis 13. Juli 2005 muss sich Christian Machowetz entscheiden, ob er das Angebot annimmt. Werden die 14 Tage nicht genutzt, könnten die NutzerInnen des EKH und stadtbekannte Neonazis zusammenprallen. Eine Eskalation kann nicht im Interesse der Stadt sein. Es besteht daher die dringende Notwendigkeit von Seiten der Stadt Wien klar Position zu beziehen und nicht nur eine Lösung für diesen Einzelfall zu finden. Gespräche können nicht erst nach einem Bedrohungsszenario wie dem 14. Juni beginnen. "Die demokratische Verantwortung den sozialen Frieden sicher zu stellen, hat nicht nur in Wahlkampfzeiten besondere Bedeutung", betont Alexandra Reill (IG Kultur Wien).

Infos:

www.igkulturwien.net

http://ekhbleibt.info

Rückfragen:

IG Kultur Wien

Tel: 503712014

 

 

 

 

 

 

 

 

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